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Gemeinsam stark

#GemeinsamStark: Selbstpflücken, Liefern lassen - ErnteRadar bringt Landwirte und Konsumenten zusammen

Die Coronakrise betrifft aktuell jeden einzelnen von uns. Doch in Zeiten der Unsicherheit macht sich auch große Solidarität breit. Wir stellen landwirtschaftliche Betriebe vor, die jetzt mit kleinen und großen Gesten einen weiteren Teil zum Erhalt unserer Gesellschaft beitragen.
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Aufgrund von Corona-Beschränkungen durften viele Saisonarbeitskräfte nicht einreisen und daher fehlen immer noch viele Erntehelfer für dieses Jahr. Nicht nur für Spargel, sondern auch für weiteres Obst und Gemüse, könnte es daher zu Ernte-Engpässen kommen.

Einige Landwirte suchen bereits über die sozialen Medien oder auf Jobportalen nach Arbeitskräften – finden aber nur schwer motivierte Helfer, die wirklich langfristig Einsatz zeigen wollen oder können. Gleichzeitig steigt in dieser Zeit auch der Wunsch vieler Menschen mit anzupacken. Und dabei als schönen Bonus vielleicht selbst in den Genuss frischer Lebensmittel zu kommen.

Ernteradar Obst

Wieso also nicht diese beiden Bedürfnisse vereinen? Das dachte sich auch Beate Wolter – und stellte innerhalb von nur drei Wochen zusammen mit einem kleinen Team eine Website auf die Beine. Ausgangspunkt war die spontane Teilnahme am „WirVsVirus“-Hackathon der Bundesregierung, bei dem kreative Lösungen in Zeiten von Corona gesucht wurden. Mit der Plattform „ErnteRadar“ möchten Beate und ihre vier „Co-Hacker“ Matthias, Fabian, Boris und Tim zum einen Landwirten helfen, ihre Ernte besser zu vermarkten, und zum anderen Verbrauchern die Möglichkeit bieten, ihr Obst und Gemüse selbst zu ernten.

Über die Website können Pflückwillige so zum Beispiel ganz einfach in ihrer Region nach Ernteflächen suchen. Und das je nach Gusto: Zukünftig soll von der kleinen Erdbeerschale bis zum 100 Meter langen Spargeldamm alles buchbar sein. Für letzteres lässt sich dann etwa ein Saisonabo abschließen – wer einmal zahlt, darf in der gesamten Erntezeit seinen Spargel stechen. Kosten und Menge werden vorab festgelegt, die Bezahlung erfolgt online. Die Preise sind für den Selbstpflücker günstiger als beispielsweise im Laden, da natürlich Faktoren wie Arbeitslöhne entfallen. Auch weitere Modelle sind angedacht, darunter der Versand von Hofkisten, die Vermietung von Blühstreifen oder Bienen- und Hühnerpatenschaften.


Ernteradar Spargel

Aus dem Hobbyprojekt wurde innerhalb weniger Tage eine echte Herzensangelegenheit für das kleine Team, das die Sorgen und Nöte der landwirtschaftlichen Betriebe aus eigener Erfahrung kennt. Die Familie von Co-Hacker Matthias betreibt in 14. Generation einen Hof. Mit umfangreichem landwirtschaftlichem Hintergrund konnte das Team sich daher gut in die Situation von Familienbetrieben hineinversetzen und Ideen entwickeln, wie sie mit digitalen Möglichkeiten bei der Vermarktung unterstützt werden können. In persönlichen Gesprächen arbeitet das Team daran, die Wünsche und Anforderungen der Kunden genau zu verstehen und zielgerichtete Lösungen zu entwickeln.

So ist „ErnteRadar“ für viele Landwirte nicht nur ein Anker in dieser schweren Zeit, sondern auch darüber hinaus eine tolle Möglichkeit, eine digitale Infrastruktur aufzubauen.

Ernteradar Team

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ErnteRadar Porträt
"ErnteRadar‘ ist eine Win-Win-Lösung für alle Beteiligten. Landwirte können ihre Produkte besser vermarkten und Verbraucher freuen sich über frische, regionale Waren.“
Beate Wolter, ErnteRadar

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