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Windhalm: Verbreitung in Deutschland

Fachinformation mit PDF-Download – Lesezeit ca. 2 Minuten

In Deutschland sind immer mehr Ackerflächen von Windhalm befallen – Tendenz steigend. Für Landwirte bedeutet das im schlimmsten Fall weniger Ertrag und eine schlechtere Erntequalität. In welchen Regionen sich das Ungras stetig verbreitet, lesen Sie hier.

Landwirte sollten stets ein Auge auf die Windhalmpopulation auf ihren Feldern halten. Windhalm kann sich auf den Ackerflächen sehr schnell ausbreiten – auch auf denjenigen, die noch nicht oder nur im geringen Maße betroffen sind. Damit steigt auch das Risiko von Herbizid-Resistenzen.

Gegenüber bewährten Pflanzenschutzmitteln werden Ungräser immer resistenter. In Deutschland sind die Anbauflächen unterschiedlich stark betroffen. Damit Resistenzen gar nicht erst entstehen, raten Experten zu einem integrierten Unkrautmanagement.
 

Wie sieht es in den einzelnen Bundesländern aus?

Im Jahr 2018 haben Bayer-Berater speziell die deutschlandweite Windhalm-Population beobachtet. Ihr Ergebnis zeigen Übersichtskarten für jede Region, die eine gute Einschätzung darüber geben, wie verbreitet das Ungras in den einzelnen Landkreisen ist.

Deutschlandweit

Windhalm tritt in Ost- und Mitteldeutschland nahezu flächendeckend auf. Doch das Ungras breitet sich vermehrt auch Richtung Westen und Süden aus, wo es inzwischen ebenfalls stark befallenen Gebiete gibt.

Die Deutschlandkarte zum Windhalmbefall (PDF) zeigt, wo die Verbreitung am stärksten ist.

Windhalm: Befallene Getreideflächen in Deutschland
Übersicht Windhalm

Deutschlandweit breitet sich Windhalm in Getreideflächen aus. Jede Region bringt in der Bekämpfung eigene Herausforderungen.

Baden-Württemberg

Während die Getreideflächen im Nordosten des Bundeslandes noch nicht von Windhalm befallen sind, kämpfen Landwirte in der Schwarzwald-Region, im Kraichgau und in Oberschwaben mit sich stark vermehrenden Ungraspopulationen. Dort sind bis zu 80 Prozent der Anbauflächen betroffen.

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Windhalmbefall in Baden-Württemberg als PDF

 

Bayern

In Deutschlands größtem Bundesland verbreitet sich Windhalm rasant. Nur wenige Getreideflächen liegen unterhalb der 50-Prozent-Marke. Tendenziell sind immer mehr Regionen betroffen. In Oberbayern liegt der Besatz vereinzelt bei 90 bis 100 Prozent.

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Windhalmbefall in Bayern als PDF

Brandenburg/Berlin

Die Region kämpft seit Jahren mit Windhalm: Sämtliche Getreideflächen in Brandenburg und Berlin sind vollständig vom Ungras durchsetzt. Einzig die Uckermark liegt unterhalb der 90-Prozent-Marke.

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Windhalmbefall in Brandenburg/Berlin als PDF

 

Hessen

Im Spessart, rund um Gießen und in einigen nordhessischen Landkreisen sind weniger als zehn Prozent der Anbauflächen von Windhalm befallen. Ansonsten liegt die Verbreitung bei 20 bis 50 Prozent. Rund um Taunus, Vogelsberg und Odenwald schätzen die Bayer-Berater den Befall sogar auf 80 bis 90 Prozent.

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Windhalmbefall in Hessen als PDF

 

Mecklenburg-Vorpommern

In Mecklenburg-Vorpommern kämpfen die Landwirte mit einer flächendeckenden Ausbreitung von Windhalm. Einzig die Region um Wismar liegt unterhalb der 80-Prozent-Marke.

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Windhalmbefall in Mecklenburg-Vorpommern als PDF

Niedersachsen/Bremen

Vermehrt sich das Ungras im nördlichen Niedersachsen weniger stark, sind westliche und östlichen Anbaufläche sowie Bremen dagegen nahezu vollständig von Windhalm befallen. Die Bayer-Berater beobachten zudem eine zunehmende Verbreitung in den umliegenden Regionen.

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Windhalmbefall in Niedersachsen/ Bremen als PDF

 

Nordrhein-Westfalen

Windhalm macht nicht an den Landesgrenzen halt. Allerdings sind in NRW deutlich weniger Getreideflächen mit dem Ungras durchsetzt als bei den nördlichen Nachbarn. Im südlichen Ostwestfalen-Lippe, im Norden des Ruhrgebiets sowie rund um die Kölner Bucht sind sogar weniger als fünf Prozent der Gebiete betroffen.

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Windhalmbefall in NRW als PDF

 

Rheinland-Pfalz/Saarland

In beiden Bundesländern verzeichnen die Bayer-Berater eine starke Verbreitung von Windhalm, in einzelnen Landesteilen sind 90 bis 100 Prozent der Ackerflächen befallen. Auch im Saarland nimmt der Ungrasdruck zu, speziell in grenznahen Gebieten.

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Windhalmbefall in Rheinland-Pfalz/Saarland als PDF

 

Sachsen

Ähnlich wie in anderen östlichen Anbaugebieten Deutschlands kämpfen die Landwirte in Sachsen ebenfalls mit der flächendeckenden Verbreitung von Windhalm. Gebiete im Westen sind mit einem Befall von 50 bis 80 Prozent weniger stark betroffen.

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Windhalmbefall in Sachsen als PDF

 

Sachsen-Anhalt

Im Ländereck zu Niedersachsen und Sachsen setzt sich der starke Windhalmbefall fort. Westlich und südlich von Magdeburg sinkt die Verbreitung unter die 80-Prozent-Marke.

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Windhalmbefall in Sachsen-Anhalt als PDF

 

Schleswig-Holstein/Hamburg

Landwirte dieser Regionen leiden zunehmend unter dem Windhalm. Das Östliche Hügelland ist dabei mit weniger als 20 Prozent Befall am geringsten betroffen. In allen anderen Landkreisen und in Hamburg sind mehr als 50 Prozent der Anbauflächen mit Windhalm durchsetzt.

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Windhalmbefall in Schleswig-Holstein/Hamburg als PDF

 

Thüringen

Auch in Thüringen ist Windhalm auf dem Vormarsch. Ost-Thüringen und Gebiete im Westen des Thüringer Waldes sind laut der Einschätzung der Bayer-Berater inzwischen mit bis zu 80 Prozent mit dem Ungras durchsetzt.

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Windhalmbefall in Thüringen als PDF

 

Die rasante Vermehrung von Windhalm macht deutlich: Landwirte müssen handeln – speziell auf Anbauflächen, auf denen sich Windhalm bisher noch nicht oder nur geringfügig ausgebreitet hat.

Nur so bleiben die Böden frei vom Ungras und damit auch von Resistenzen. Doch auch bereits betroffene Gebiete müssen entsprechend behandelt werden, um zu verhindern, dass sich das Ungras weiter vermehrt. Denn Windhalmsamen überleben mehrere Jahre im Ackerboden und wachsen auch zeitlich verzögert mit großer Durchschlagskraft – und das bei unterschiedlichsten Bodenqualitäten. An einer intensiven Kontrolle der Getreidefelder führt daher kein Weg vorbei, wollen Landwirte resistent gewordene Ungräser rechtzeitig ausfindig machen.

Um Windhalm in den Griff zu bekommen, eignet sich eine Kombination aus verschiedenen ackerbaulichen Maßnahmen. „Das beginnt mit der mechanischen Bodenbearbeitung durch Pflug und Grubber, um die Flächen für die Aussaat vorzubereiten“, sagt unser Herbizid-Experte Dirk Kerlen. „Auch der Saattermin ist wichtig. Sähen Landwirte erst spät aus, reduzieren sie automatisch den Ungrasdruck im Boden. Außerdem ist eine breite Fruchtfolge entscheidend: Windhalm wächst bevorzugt im Wintergetreide, deshalb auch mal auf Winterraps wechseln.“ Wer zusätzlich noch Sommerungen einbaut, beugt dem Ungras zusätzlich vor.

 

1 Die für das Kartenmaterial genutzten Daten basieren auf Einschätzungen von Bayer-Beratern für deren betreutes Gebiet aus dem Jahr 2018. Sie erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit und statistische Korrektheit.

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