Agrar Magazin / Farmhygiene

Kornkäfer
Farmhygiene

Keine Chance für Kornkäfer und Motten

Die Märkte für landwirtschaftliche Produkte werden mehr denn je von erheblichen Preisschwankungen bestimmt. Eine Möglichkeit, die daraus resultierenden Chancen zu nutzen und Risken zu mindern, ist die Einlagerung der eigenen Erzeugnisse. Doch die Vorräte rufen auch Schädlinge wie Kornkäfer, Reismehlkäfer, Getreideplattkäfer oder Pilze auf den Plan. Damit die Ware möglichst ohne Verluste und in hoher Qualität zu den Mühlen gelangt, gilt es einige Regeln zu beachten.

Immenses Schadenspotenzial

Der Kornkäfer zählt zu den bedeutendsten Vorratsschädlingen.
Aus einem geringen Anfangsbefall mit wenigen Käfern im Getreidelager können sich innerhalb eines Jahres bis zu 90 Millionen Nachkommen entwickeln. Diese können bis zu 50 Tonnen Getreide vernichten. Experten schätzen, dass in Deutschland zirka zwei Prozent der Getreideernte den verschiedenen Vorratsschädlingen zum Opfer fällt. Neben direkten Fraßschäden mindern auch Hinterlassenschaften wie Kot, Urin, Larven- und Puppenhäute, tote Tiere oder Nagetierhaare den Wert des Getreides. Die verschmutzte Ware ist oft nicht mehr verkehrsfähig oder kann nur noch bedingt vermarktet oder verfüttert werden. Der Landwirt trägt eine besondere Verantwortung für die Sicherheit seiner Erzeugnisse. Diese spiegelt sich in der EU-Verordnung 852/2004 wieder. Der Schutz vor Kontaminationen und Verunreinigungen hat demnach oberste Priorität.

Vorbeugen lohnt sich

Der wirkungsvollste Schutz vor Schäden sind vorbeugende Maßnahmen. Vor Beginn der Ernte steht deshalb ein gewissenhafter „Hofputz“ an. Penible Sauberkeit ist vor allem im Lagerraum, aber auch bei der Erntetechnik, im Körnersumpf, in Schnecken und Elevatoren oder in der Getreidereinigung gefordert. Alte Getreidekörner müssen möglichst restlos beseitigt werden, denn darin können sich die Eier und Larven des Kornkäfers und anderer Schädlinge verbergen. Der Besen alleine reicht nicht aus. Mit Industriestaubsauger und anderen Hilfsmitteln müssen selbst kleine und versteckte Ritzen, Fugen und Ecken gesäubert werden. Dabei wird auch Staub und sonstiger Schmutz entfernt, der den Insekten ansonsten Schutz vor chemischen Bekämpfungsmaßnahmen bieten würde. Doch selbst in scheinbar sauberen Getreidelagern gibt es versteckte Infektionsquellen. Deshalb ist es dringend anzuraten, die Leerräume zusätzlich mit einem zugelassenen chemischen Produkt zu behandeln.

K-Obiol® EC 25 für die Leerraum- und Getreidebehandlung

Leerraumbehandlung
K-Obiol® EC25 ist ein Vorratsschutzmittel mit dem Wirkstoff Deltamethrin und dem Synergisten Piperonylbutoxyd gegen Vorratsschädlinge, einschließlich kriechender Insekten wie z. B. Kornkäfer, Reismehlkäfer oder Getreidekapuziner. Zudem wirkt K-Obiol® EC25 gegen fliegende Insekten wie z. B. die Getreidemotte. Die Zulassung für das Produkt wurde vom Bundesamt für Verbraucherschutz (BVL) für die Anwendung im Leerraum und zur Getreidebehandlung bis zum 31.12.2021 erteilt.
K-Obiol® EC 25 ist in Deutschland das einzige zugelassene Produkt für die Spritzapplikation in Leerräumen und kann sowohl auf glatten als auch auf porösen Oberflächen eingesetzt werden. Die Aufwandmengen liegen auf porösen Flächen bei 20 bis 30 ml in 5 l Wasser für 50 m², auf nicht porösen Flächen bei 40-60 ml in 5 l Wasser für 100 m².

Getreidebehandlung
K-Obiol® EC 25 ist ebenfalls für die Behandlung von Getreide zugelassen. Dabei kann K-Obiol® EC 25 Schutz vor Insektenbefall im Getreide bis zu 12 Monate bieten.
Das ist auch für eine kurative Behandlung wichtig, denn es werden zunächst nur Insekten einschließlich deren Larven außerhalb des Getreidekornes mit der Behandlung bekämpft.
Entwicklungsstufen innerhalb des Getreidekornes (z.B. Larven des Kornkäfers) werden durch die Behandlung nicht abgetötet.
Ist die Entwicklung im Getreidekorn zum adulten Insekt abgeschlossen, verlassen die Käfer das Getreidekorn und kommen so unweigerlich mit K-Obiol® EC 25 in Kontakt. Damit kann das Getreide über einen langen Zeitraum vor noch in der Entwicklung befindlichen Insekten und vor Neubefall geschützt werden.
Die Aufwandmenge für 100 t Getreide beträgt 1 Liter bzw. 2 Liter K-Obiol® EC 25 und bietet Schutz für 6 bzw. 12 Monate.
Um eine homogene Behandlung des Getreides zu gewährleisten, muss K-Obiol® EC 25 entsprechend der Gebrauchsanweisung mit Wasser gemischt und dann auf den Fördergutstrom gespritzt werden.  Der zulässige Wert für Deltamethrin-Rückstände liegt bei 2 ppm.
Die oben beschriebene Behandlung führt zu Rückständen (MRL) in Höhe von 0,25 bzw. 0,5 ppm.

Prima Klima

Das Erntegut muss lagerfähig, also trocken (14 bis 15 Prozent Feuchtigkeit) und sauber sein. Ist das Getreide erst einmal im Silo oder Flachlager, muss die Temperatur kontrolliert werden. Das Lagerklima sollte gezielt durch Trocknung, Kühlung und Belüftung gesteuert werden können. Bei Temperaturen unter 10 bis 12 Grad Celsius dürften sich Käfer und Motten nicht mehr vermehren. Je feuchter und je wärmer das Erntegut ist, desto bessere Entwicklungsmöglichkeiten haben die Schädlinge.
Riskant ist das Verschneiden von trockenen Chargen mit Partien höherer Kornfeuchte. Es sollte daher unterbleiben. Feuchtes Getreide wird zudem muffig, riecht dadurch unangenehm und verändert sich im Geschmack. Lagerpilze sind noch gefährlicher als tierische Schaderreger. Sie können im Lager nicht mehr bekämpft werden. Außerdem bilden sie Mykotoxine, wodurch das Erntegut ungenießbar für Mensch und Tier werden kann.

Wer sein Getreide vor der Einlagerung reinigt, beugt Feuchtigkeitsnestern vor. Denn saubere Körner lassen sich viel besser belüften als solche mit Staub, Stroh und Spelzen. Ebenso müssen hohe Schüttkegel vermieden werden, weil sie eine gleichmäßige Belüftung behindern. Der Abstand zwischen den Belüftungskanälen sollte nach Informationen der Landwirtschaftskammer Rheinland etwa halbe Schütthöhe betragen und der Luftdurchsatz bei mindestens 15 m³ Luft pro m³ Getreide und Stunde liegen.

Bei Problemen mit Motten

Treten im Laufe der Lagerperiode erneut Probleme mit Mottenfaltern auf, so kann das Produkt DEDEVAP® green Nebelautomat eingesetzt werden. Der DEDEVAP® green Nebelautomat gegen vorratsschädliche Mottenfalter hat eine Zulassung bis zum 31.12.2020. DEDEVAP® green ist ein gebrauchsfertiger Neblautomat mit dem Wirkstoff Pyrethrine mit gutem Austreibeeffekt und mit guter Sofortwirkung. Ein Nebelautomat (500 ml) reicht für 1000 m³ Raumvolumen und wirkt z.B. gegen die Getreidemotte, Mehlmotte, Speichermotte, Dörrobstmotte. Die Anwendung kann bei gleichzeitig offen gelagertem Getreide zehnmal  und bei Getreideerzeugnissen (Verarbeitungsprodukten von Ölsaaten, Schalenobst, Trockenobst und Tabak) dreimal erfolgen.

Immer beobachten

Um einen möglichen Insektenbefall frühzeitig zu erkennen, sollte das Lager regelmäßig in kurzen Abständen kontrolliert werden. Verdächtig sind beispielsweise Temperaturanstieg und Feuchtigkeitsbildung. Beides kann ein Indiz für einen aufkommenden Massenbefall mit Vorratsschädlingen sein. Sammeln sich dann noch Käfer in Gläsern, die als Fallen aufgestellt werden, oder Motten in Pheromonfallen, herrscht Alarmstufe Rot. Jetzt kann das Getreide nur noch direkt mit einem Insektizid behandelt werden. Alle chemischen Maßnahmen müssen nach Cross Compliance-Vorgaben dokumentiert werden.